Tag 22: Wie kann ich die Abhängigkeit vom Verstand durchbrechen?

Eigentlich sollte ich wohl mal meine letzten blogs anschauen und davon ein bestimmtes Thema daraus aufgreifen, um es einfach mal zum Abschluss und zum Durchbruch zu bringen. Doch es ist natürlich auch so, dass selbst wenn ein Durchbruch erzielt wurde, die nächste Frage und das nächste Problem und die nächste Blockade auftritt. All dies sind Prozesse, die im mind-consciousness-system ablaufen und die nie aufhören werden. Deswegen bringt die mentale Beschäftigung damit auch nichts. Aber vielleicht können sie gestoppt werden. Vielleicht kann die Abhängigkeit vom mind gestoppt werden. Ich glaube inzwischen, dass die einzige Möglichkeit solche sich ständig wiederholenden mind-Prozesse zu durchbrechen und zu stoppen darin besteht, sie einfach zu unterbinden, also sie nicht mehr zu berücksichtigen, und vor allem nicht darauf zu re-agieren. Wir dürfen uns nicht mehr vom mind und seinen wirren Ideen und Ego-Manipulationen steuern lassen.

Doch wie sollen wir stattdessen unser Leben führen? Diese Frage taucht sofort auf und damit sind wir schon wieder im mind. Und nun tauchen allerlei neue Ideen auf, die aber das Grundproblem (unsere mind-Steuerung) gar nicht lösen, sondern nur weiter vertiefen. So wird das nichts mit der Loslösung vom ego/mind. Gibt es eine Lösung? Wie kann sie aussehen?

In diesem post https://desteni.org/desteni-material/blog/becoming-aware-mind wird dieses Problem beschrieben. Am Anfang steht die Bewusstheit über diese Prozesse, dass sie in uns stattfinden, uns steuern, und uns im Griff haben. Zunächst muss diese Bewusstheit dasein. Und als nächster Schritt muss das Stoppen dieses Prozesses stattfinden. Wir dürfen uns nicht mehr in den mind und all seine Gedanken hineinziehen lassen. Wir müssen NEIN sagen, STOP! Es reicht. Das führt zu nichts. Ich mache JETZT nicht mehr mit, folge NICHT meinem Verstand, und NICHT meine Gefühlen. Ich sehe sie, bemerke sie, erkenn sie – aber ich lasse mich nicht mehr davon steuern.

Was sich aus dieser Verweigerung entwickelt ist nicht voraus zu sehen. Sie führt erst einmal dazu, dass wir uns nicht mehr mit unserem Verstand und unseren Gefühlen identifizieren, sondern sie nur wie Wolken vor dem blauen Himmel sehen. Mache Wolken sind weiß, andere schwarz. Manche groß, manche klein. Manchmal überziehen sie den gesamten Himmel, manchmal ist der Himmel klar. Aber sie ziehen vorüber. Und früher oder später folgen neue Wolken. Lassen wir sie ziehen. Denn wir sind aber diese Wolken und sie haben keine Bedeutung für uns. Wir sind der Himmel dahinter. Und wenn wir den Wolken folgen, können wir nicht dem Himmel folgen. Also müssen wir die Wolken ziehen lassen. Und zwar alle. Erst dann können wir den Himmel erkennen.

Was wir im Himmel sehen ist neu. Es ist uns nicht bekannt. Es sind keine Gedanken oder Gefühle. Es sind keine Erinnerungen, keine Pläne, keine Idee oder Vorstellungen oder Konzepte. Diese Dinge sind die Wolken. Sie sind nicht der Himmel. Und was ist der Himmel? Das können wir nicht konzeptionell oder gedanklich fassen. Zumindest kann ich das (noch) nicht. Vielleicht ist es Poesie. Oder Musik. Oder Tanz. Oder Freude. Oder Liebe. Aber ganz sicher ist es kein Konzept.

  • Ich (an)erkenne, dass ich es akzeptiert und erlaubt habe meinem Verstand (mind) und meinen Gefühlen die Macht über mich zu geben.
  • Ich (an)erkenne, dass ich es akzeptiert und erlaubt habe über den Verstand zu versuchen, mich vom Verstand zu lösen.
  • Ich (an)erkenne, dass ich es akzeptiert und erlaubt habe nicht zu erkennen, dass irgend etwas hinter dem Verstand und den Gefühlen existiert, da „ich“ ja den Verstand und die Gefühle wahrnehmen und beobachten kann, ich aber nicht weiß, was es ist, was sich dahinter verbirgt.
  • Ich (an)erkenne, dass ich es akzeptiert und erlaubt habe immer weiter im Verstand und den Gefühlen zu leben und mich von ihnen leiten zu lassen ohne zu erkennen, dass dies zu nichts führt und auch zu keiner Änderungen in meiner Wahrnehmung und meinem Verhalten führen kann.
  • Ich verpflichte mich, dem Verstand (mind) und den Gefühlen keine Macht mehr über mich zu geben.
  • Ich verpflichte mich, immer dann wenn ich eine neue tolle Idee oder ein mitreißendes Gefühl erlebe sofort aufzuhören mich damit weiter zu beschäftigen, einen Schritt zurück zu treten, und mir die Idee oder das Gefühl von außen anzuschauen, als eine Möglichkeit zur Aktion, aber nicht als zwanghafte Anforderung an mich jetzt handeln zu müssen. Ich schaue es nur an, ohne ihm zu folgen.
  • Ich verpflichte mich, diesen Prozess so lange durchzuführen, wie irgend möglich, mit keinen Vorstellungen zu kommen wie das Resultat aussehen müsste oder könnte wenn dieser Prozess zum Ende kommt, einfach so oft wie nur irgend möglich dem Verstand und den Gefühlen nicht zu folgen, bis etwas passiert, was ich noch nicht kenne.

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